
Ein bundesweit einmaliges Projekt geht an den Start
Für eine nachhaltige Förderung der Lese- und Informationskompetenz sind angesichts begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen in der Zukunft Kooperationen auf regionaler Ebene dringend erforderlich. Auf Initiative der Stadtbibliothek Straubing haben sich deshalb die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing-Bogen zur Leseregion Straubing – Stadt und Land zusammen geschlossen. Dieses Netzwerk für das Lesen ist ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt zur Förderung der Lese- und Informationskompetenz im ländlichen Raum, das alle Kräfte in diesem Bereich bündelt, um ein Angebot auf Großstadtniveau zu gewährleisten.
Wer arbeitet in der Leseregion Straubing – Stadt und Land zusammen?
Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Netzwerk für das Lesen auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Neben Kindertagesstätten, Schulen, und Bibliotheken in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft, sollten sich auch Firmen, Vereine und Verbände, die Medien aber auch Einzelpersonen an der Leseregion Straubing beteiligen, da die Förderung der Lese- und Informationskompetenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Mit der Entwicklung der Leseregion Straubing setzen wir im bayerischen Bildungswesen ein Signal und stärken die Region Straubing.
Die Zusammenarbeit von Schule und Bibliothek als Basis der Leseregion
In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt, den Schulen in der Stadt Straubing und des angrenzenden Landkreises sowie dem Freiwilligenzentrum wurden in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Leseförderangebot aufgebaut und funktionierende Informationsstrukturen geschaffen. Zentrale Bestandteile sind:
Welche Aufgaben hat die künftige Leseregion?
Aufgabe der Leseregion ist der Ausbau bestehender Angebote und die Entwicklung neuer Ideen zur Förderung der Lese- und Informationskompetenz.
Zur Aktualisierung des Klassensatzbestandes, investieren Schulen und Stadtbibliothek im 3-Jahres-Rhythmus einen großen Betrag in die Neu- und Ersatzbeschaffung. In diesem Jahr werden ca. 25 Titel im Gesamtwert von ca. 10.000 € neu angeschafft.
Wegen des großen Bedarfs soll die individuelle Leseförderung durch Lesepaten ausgebaut werden. Als Ausbildungsstätte der Stiftung Lesen bereitet die Stadtbibliothek Straubing in Zusammenarbeit mit dem Freiwilligenzentrum angehende Lesepaten auf ihre Aufgabe vor. Das Ehrenamt braucht professionelle Unterstützung. Deshalb werden regelmäßig Erfahrungsaustauschtreffen und Fortbildungsveranstaltungen für Ehrenamtliche angeboten.
Die Literacy-Erziehung im Elternhaus ist für die Entwicklung von Sprach- und Lesekompetenz von grundlegender Bedeutung. Eine zentrale Aufgabe des Lesenetzwerks wird es sein, Eltern und Großeltern darüber zu informieren, wie man schon in der frühen Kindheit den Grundstein für eine erfolgreiche Sprach- und Leseentwicklung legen kann. Dazu beteiligt sich die Stadtbibliothek Straubing und die Gemeindebibliotheken des Landkreises an dem bundesweiten Projekt „Lesestart“.
Der schulische Leseunterricht endet in Deutschland in der Regel im 4. Schuljahr, obwohl Lesenlernen und der Aufbau von Informationskompetenz ein lebenslanger Prozess ist. In enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften wird die Leseregion in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit Hochschulen Modelle zum Sinn entnehmenden Lesen von Sachtexten in der Sekundarstufe 1 entwickeln.
Die Begegnung mit einem Kinder- oder Jugendbuchautor ist für Schüler ein großes Erlebnis. Um den personellen und finanziellen Aufwand für Eltern, Schulen und Bibliotheken gering zu halten, übernimmt die Leseregion die Organisation von Lesereisen. Wie sich bei ersten Versuchen im Februar/März 2012 zeigte, konnten die Kosten um ca. 40% reduziert werden.
Was kann der Einzelne für die Leseregion tun?
Kindertagesstätten, Schulen, Bibliotheken und andere in der Förderung der Lese- und Informationskompetenz tätige Institutionen unserer Region arbeiten in den nächsten Jahren bei der Neu- bzw. Weiterentwicklung ihrer Angebote intensiv zusammen. Damit die Leseregion aber wirklich den erhofften Erfolg hat, ist sie auch auf die Mithilfe durch Eltern und Großeltern angewiesen.
Je mehr einem Kind vorgelesen wird, desto besser entwickelt es sich – so lautet das Fazit einer Studie zur Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern. Dies gilt nicht nur für ihr Leseverhalten, sondern auch für ihre soziale Kompetenz, ihren Schulerfolg und ihre aktiven Freizeitgestaltung. Fördern Sie schon in früher Kindheit die Literacy-Fähigkeiten ihres Kindes durch regelmäßiges Vorlesen und das Gespräch über das Gelesene. Eine Gute-Nacht-Geschichte ist auch für gestresste Eltern eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit dem Kind wieder zur Ruhe zu kommen und den Alltag hinter sich zu lassen.
Organisation und Finanzierung
Die Organisation der Leseregion Straubing übernimmt die Stadtbibliothek Straubing (1 Hauptstelle, 1 Zweigstelle, 4 Schulbibliotheken), die von ca. 7.500 LeserInnen (davon ca. 4.000 aus dem Landkreis) regelmäßig genutzt wird. Insgesamt stehen ca. 82.700 Medien zur Verfügung. Eine Zweigstelle im Internet (www.virtuellestadtbibliothek-straubing.de) ermöglicht seit 2008 den kostenlosen Download von eBooks, eAudios, ePaper, eVideos und eMusic. Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm präsentiert sich die Stadtbibliothek als lebendige Kultureinrichtung.
Am Budget der Leseregion beteiligt sich die Stadt Straubing mit 5.000 € und der Landkreis Straubing-Bogen mit 2.000 €. Der Freistaat Bayern beteiligt sich an Einzelprojekten der Leseregion mit staatlichen Zuschüssen. Einzelpersonen und Firmen, die die Leseregion mit Geld- bzw. Sachspenden unterstützen wollen, werden gebeten sich an die Stadtbibliothek zu wenden.
Ansprechpartner für die Leseregion
Stadtbibliothek Straubing
Georg Fisch
Rentamtsberg 1
94315 Straubing
Tel. 09421/9919-10
Fax 09421/9919-11
georg.fisch(at)straubing.de
Mo | geschlossen |
Di, Mi, Fr | 10.00 - 18.00 Uhr |
Do | 9.00 - 18.00 Uhr |
Sa | 10.00 - 13.00 Uhr |
Stadtbibliothek Straubing
Rentamtsberg 1
94315 Straubing